Verbriefungen als Finanzierungsmöglichkeit für den deutschen Mittelstand

Verbriefungen als Finanzierungsmöglichkeit für den deutschen Mittelstand

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Inhaltsangabe:Einleitung: Der Markt der Verbriefungen hat sich in den letzten zehn Jahren rasant entwickelt. Allerdings betrafen diese Transaktionen bis jetzt eher den Immobilienmarkt oder groAŸe Unternehmen. In Deutschland bildet aber der Mittelstand die tragende SAcule der Wirtschaft. Er sorgt fA¼r die HAclfte des BIP und den GroAŸteil der ArbeitsplActze. Bis jetzt finanzierte sich der deutsche Mittelstand hauptsAcchlich A¼ber Bankkredite bei seiner Hausbank. Besonders im Zuge der Diskussion zu BASEL II wird immer Apfter die BefA¼rchtung ausgesprochen, dass der Mittelstand in Zukunft auf diesem Wege nur noch schwer an Fremdkapital kommen werde. Problemstellung: Diese Arbeit soll untersuchen, ob das Instrument a€žVerbriefungena€œ fA¼r mittelstAcndische Unternehmen eine interessante Alternative zum klassischen Bankkredit darstellt. Dabei soll diskutiert werden, ob die Hausbanken ihre Rolle als langfristiger Finanzierungspartner behalten kApnnen (und wollen), oder ob fA¼r Mittelstand-Unternehmen mittel- bis langfristig die MApglichkeit entsteht, sich mit dem Instrument a€žVerbriefungena€œ direkt A¼ber den Kapitalmarkt zu finanzieren. Den Schwerpunkt der Arbeit bildet eine Umfrage unter Investmentbanken, Kreditbanken und mittelstAcndischen Unternehmen mit dem Ziel, die jeweiligen PrAcferenzen der betroffenen Akteure zu ermitteln und zu prA¼fen, inwieweit sie A¼bereinstimmen. Verbriefungen sind ein modernes Finanzmarktinstrument, das in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erfahren hat. Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass auf der Grundlage relativ unsicherer und oft illiquider Assets liquide Wertpapiere beliebiger BonitAct erstellt werden kApnnen. Aœblicherweise wird eine Anleihe emittiert, die zu mehr als 80% aus einer Tranche besteht, die das hApchstmApgliche Rating AAA hat. Das wird vor allem durch Overcollateralization und Nachrangigkeit mehrerer Tranchen innerhalb einer Anleihe erreicht. In AbhAcngigkeit von dem Ziel, das durch eine Verbriefungstransaktion erreicht werden soll - Refinanzierung, Risikovermeidung oder die Entlastung des regulatorischen Eigenkapitals kApnnen unterschiedliche AusprAcgungen von Transaktionen - True-Sale-Verbriefung, ABCP, synthetische Verbriefung, Whole Business Securitisation - gewAchlt werden. WAchrend das Instrument a€žVerbriefungena€œ von Kreditbanken schon jetzt zur Finanzierung des Mittelstandes indirekt benutzt wird a€“ durch die Verwendung ihrer Kredite an mittelstAcndische Unternehmen als Asset bei einer Transaktion a€“ konnten die Betriebe selbst bis jetzt in Deutschland nur sehr begrenzt von Verbriefungen profitieren. Als Grund dafA¼r wurde eine im internationalen Vergleich eher unA¼blich enge Bindung zwischen Hausbanken und MittelstAcndler und die bisherige VerfA¼gbarkeit relativ gA¼nstiger Kredite vermutet. Im Rahmen dieser Arbeit wurde eine Umfrage durchgefA¼hrt, in der diese Bindung untersucht wurde. Gleichzeitig wurden Fragen zum Wissensstand A¼ber Verbriefungen sowie A¼ber die Akzeptanz dieses Instrumentes gestellt. Dadurch sollten das Marktpotential fA¼r die Verbriefung der durch den Mittelstand generierten ErtrAcge sowie die Erfolgsfaktoren einer solchen Konstruktion ermittelt werden. Es wurden 126 potentiellen Investoren, 1752 Kreditbanken und 3493 mittelstAcndische Betriebe angeschrieben. Die RA¼cklaufquoten betrugen 12, 70, 3, 37 und 6, 87%. Da es in Deutschland zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit noch keine grApAŸeren Transaktionen auAŸerhalb der Verbriefung von Mezzanine-Kapital gab, wurden in der Arbeit zwei Konstruktionen vorgeschlagen, die es einer sehr groAŸen Anzahl relativ kleiner Betriebe mit einem nicht besonders hohen Kapitalbedarf ermApglichen wA¼rden, sich A¼ber Verbriefungen zu finanzieren. Statt die Forderungen oder die Schuldner einzeln zu bewerten, kApnnte in diesen Konstruktionen die Ausfallwahrscheinlichkeit fA¼r das Gesamtportfolio dank der sehr hohen Anzahl von MittelstAcndlern rein stochastisch geschActzt werden. An die Stelle der EinzelprA¼fung und des Einzelratings treten bei einer solchen Konstruktion das Gesetz der GroAŸen Zahl und statistische Methoden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl die Investoren als auch die MittelstAcndler selbst ein starkes Interesse an solchen Verbriefungen haben. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass die Kreditbanken zwar noch eine partnerschaftliche Beziehung zu ihren mittelstAcndischen Kunden zu pflegen glauben, diese GeschAcftsbeziehung von den MittelstAcndlern selbst aber deutlich skeptischer gesehen wird. Es ist zu vermuten, dass MaAŸnahmen zur Objektivierung der Konditionen, die in der Apffentlichen Diskussion unter a€žBASEL IIa€œ subsumiert werden, zu starker Verunsicherung auf beiden Seiten gefA¼hrt haben und letztendlich die langjAchrige partnerschaftliche Beziehung gefAchrden. So sind die meisten befragten MittelstAcndler gar nicht bereit, fA¼r eine langfristige Beziehung mehr zu zahlen. Sie sehen offenbar keinen Vorteil einer solchen langen Beziehung. Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die hohe Akzeptanz der untersuchten Konstruktionen a€“ sowohl bei Investoren als auch bei MittelstAcndlern a€“ und die sinkende Bedeutung der langfristigen Beziehung zwischen einem mittelstAcndischen Unternehmen und seiner Hausbank dafA¼r sprechen, dass Verbriefungen kurz- bis mittelfristig zu einer ernst zu nehmenden FinanzierungsmApglichkeit fA¼r den deutschen Mittelstand werden. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: AbbildungsverzeichnisIV TabellenverzeichnisIV 1.Motivation1 2.EinfA¼hrung und Grundbegriffe2 2.1Typische Verbriefungstransaktionen2 2.1.1True-Sale-Verbriefung2 2.1.2ABCP6 2.1.3Synthetische Verbriefung7 2.1.4Whole Business Securitisation9 2.1.5Rechtliche Probleme10 2.2Bedeutung des Verbriefungsmarktes11 2.3Motivation fA¼r Verbriefungen14 2.3.1Refinanzierung14 2.3.2Verbriefungen als Risikovermeidungsstrategie15 2.3.3EK-Regelungen als treibende Kraft von Verbriefungstransaktionen20 3.Finanzierung des Mittelstandes24 3.1Finanzierungsprobleme des Mittelstandes25 3.2Klassische Finanzierungsinstrumente27 3.2.1Finanzierung aus dem Eigenkapital27 3.2.2Bankkredit29 3.2.3Andere FinanzierungsmApglichkeiten33 3.3Besonderheiten bei Verbriefungstransaktionen fA¼r den Mittelstand36 3.3.1Verbriefungskonstruktionen mit indirekter Wirkung37 3.3.2Verbriefungskonstruktionen mit direkter Wirkung41 3.3.2.1Verbriefung von Forderungen42 3.3.2.2Verbriefungen mit einer ertragsabhAcngigen Verzinsung45 3.4Vergleich unterschiedlicher FinanzierungsmApglichkeiten49 4.Infrastruktur53 4.1True Sale Initiative55 4.2Technische Infrastruktur56 5.Umfrage59 5.1Technische Realisierung60 5.2PrAcferenzen der Investoren62 5.3PrAcferenzen der Kreditbanken76 5.4PrAcferenzen der MittelstAcndler89 5.5Ergebnisse105 6.Zusammenfassung107 Glossar110 Anhang: XML113 Quellenverzeichnis115 Danksagung124 ErklAcrung125 Textprobe:Textprobe: Kapitel 3.3.1, Verbriefungskonstruktionen mit indirekter Wirkung: Im vorigen Abschnitt wurde angesprochen, dass das Volumen der vergebenen Kredite in den letzten Jahren gesunken ist. Sollten Banken eine MApglichkeit bekommen, Risiken, die sie durch Vergabe von Krediten an mittelstAcndische Unternehmen eingehen, abzusichern bzw. sich gA¼nstig zu refinanzieren, werden sie evtl. mehr Kredite an die Unternehmen vergeben. Verbriefungen, die eine solche Absicherung ermApglichen, haben somit eine indirekte positive Wirkung auf die Finanzierung der mittelstAcndischen Unternehmen. Speziell die synthetischen Konstruktionen bieten auch einen anderen Vorteil a€“ die Kredite bleiben bei der Bank. Dadurch wird das VerhAcltnis zwischen einem MittelstAcndler und a€žseiner Hausbanka€œ nicht gestAprt. Einige Bankchefs lehnen aus Angst, dieses VerhAcltnis zu schAcdigen, KreditverkAcufe ab. Das Bankensystem in Deutschland ruht aus historischen GrA¼nden auf drei SAculen: groAŸe GeschAcftsbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen. WAchrend eine groAŸe Privatbank oder eine grApAŸere Sparkasse durchaus in der Lage sind, nur aus ihrem Kreditportfolio ausreichend viele Kredite fA¼r eine Transaktion auszuwAchlen, kann eine kleine regionale Genossenschaftsbank oder Sparkasse das nicht. Gerade diese regionalen Banken sind aber oft die Partner von mittelstAcndischen Unternehmen, die keine Investmentbank-Dienste nachfragen und auch nicht weltweit durch eine Bank vertreten werden mA¼ssen. Um diesen kleineren, aber fA¼r das Bankensystem a€“ und durchaus fA¼r die gesamte Volkswirtschaft a€“ wichtigen Banken zu ermApglichen, ihre Kreditrisiken am Kapitalmarkt abzusichern, bedarf es einer Institution, die fA¼r sie die BA¼ndelung der Kredite und die Vorbereitung der Transaktion vornimmt. Als besonders geeignet dafA¼r haben sich in den letzten fA¼nf Jahren die Landesbanken und die KfW erwiesen. PROMISE: Die KfW Bankengruppe ist eine staatliche Institution in Form einer Anstalt Apffentlichen Rechts (allerdings mit einer Bilanzsumme von rund 329 Milliarden Euro im Jahr 2004 eine der zehn grApAŸten Banken in Deutschland), zu deren primAcren Aufgaben auch die FAprderung des Mittelstandes gehAprt. Die von der KfW initiierte Plattform fA¼r Kreditverbriefung PROMISE wurde deswegen auch als ein FAprderinstrument des Mittelstandes konzipiert. Die Struktur kombiniert eine klassische synthetische Verbriefung mit einer KfW-Garantie. Die PROMISE Struktur erlaubt einem oder mehreren Originatoren ihre Kredite A¼ber den Markt abzusichern, ohne dass sie sich aktiv auf dem Kapitalmarkt engagieren. Sie sichern sich A¼ber einen CDS der KfW ab, die dann ihrerseits eine a€žgewAphnlichea€œ synthetische Transaktion am Markt platziert, wodurch auch die KfW kein Risiko eingeht. Gleichzeitig bekommt sie eine CDS-GebA¼hr von den Originatoren. Durch die hohe Anzahl der einzelnen Mittelstandsrisiken A¼bernehmen die KAcufer der Anleihe nur das systematische Risiko des deutschen Mittelstandes, wAchrend die Einzelrisiken a€žwegdiversifizierta€œ werden. Die KAcufer kApnnen sich auAŸerdem auf standardisierte AblAcufe, standardisierte Dokumentation der PROMISE-Transaktion und den guten Ruf der KfW verlassen. Durch diese Standardisierung wird die Konstruktion fA¼r alle gA¼nstiger. PROMISE hat zwar primAcr nur eine Absicherungsfunktion. Die so abgesicherten Kredite kApnnen die Banken aber bei der KfW selbst (Produkt a€žGlobaldarlehena€œ) oder bei einem beliebigen Kreditgeber als eine hervorragende Sicherheit nutzen, da die KfW durch ihre Rechtsform die gleiche Behandlung erfAchrt wie die Bundesrepublik Deutschland. Sie hat also nicht nur ein AAA-Rating, sondern verpflichtet den Kreditgeber auch nicht zum Halten von regulatorischen Eigenkapital. Trotz dieser ausgebauten Infrastruktur wird in Europa nur zwischen 1 und 2% des ausstehenden Kreditvolumens verbrieft.... Hessel; Randolph Sloof; Gijs van de Kuilen (2004): a€žCultural Differences in Ultimatum Game Experiments: Evidence ... HSF-Konferenz am 4.7.2005, http:// www.hsfonline.de/e102/e126/e301/e308/ HSF_Konferenz_Jul-05_DWS_Barth. pdf, anbsp;...


Title:Verbriefungen als Finanzierungsmöglichkeit für den deutschen Mittelstand
Author: Mark Lübinski
Publisher:diplom.de - 2008-02-18
ISBN-13:

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